Abschied nehmen

Fundstücke

Abschied nehmen

Geza Teleki, eine Mitarbeiterin der bekannten Primatenforscherin Jane Goodall, berichtet von folgendem Erlebnis: Ein Schimpansen-Männchen bricht sich beim Sturz von einem hohen Baum das Genick. „Der Unfall löste unter den anderen Schimpansen der Gruppe auffällige Bestürzung aus. Sie begannen zu rufen und zu schreien, scharten sich eng zusammen, tauschten gegenseitig beschwichtigende und versichernde Gesten aus...Entgegen der Gewohnheit zog die Gruppe nicht weiter, sondern blieb ganze vier Stunden in der Nähe des Toten. Hier waren immer wieder ergreifende Szenen zu sehen. Einzelne Tiere erhoben sich, stellten sich alleine oder zusammen ganz nahe zum Toten, umstanden ihn mit gesenkten Köpfen oft mehrere Minuten lang. Erst Stunden später schickten sich die ranghöheren Tiere an, ihre tägliche Wanderung fortzusetzen. Zwei junge Männer gingen als letzte, nachdem sie nochmals während einer Minute wie versteinert zu dem Toten hingesehen hatten...

Mehr zu „Übergänge im Leben von Tieren“ vom Zoologen am Basler Zoo in „Rituale – Vielfalt in Alltag und Therapie“, Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2011

Christoph Potting

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