Katastrophen

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Katastrophen

Es war in den Wochen nach der Atomkatastrophe in Fukushima. In den Fernseh- und Hörfunkrunden der Experten und Wissenschaftler fand häufiger ein Buch Erwähnung, das sich mit Verarbeitungsmustern und Bewältigungsstrategien von Unfällen, Katastrophen und Naturereignissen befasst. Der Schweizer Historiker und Kulturanthropologe Francois Walter erzählt geschichtenreich davon, wie Menschen zu unterschiedlichen Zeiten mit Natur-, Technik- oder von Menschen gemachten Desastern zurechtkommen. Pest und Erdbeben, Krankheiten und Überschwemmungen, Tod und Schicksalsschläge: Was machte nach 2000 Jahren  „Kulturgeschichte der Katastrophen“ den Umgang der Japaner und der Weltöffentlichkeit mit den durchgebrannten Reaktoren so besonders? Als mir das Buch vor zwei Jahren in die Hände fiel, hatte ich mit der Zuversicht noch nichts im Sinn. Das ist heute anders und daher meine nachdrückliche Empfehlung: Wer sich für die Kulturgeschichte der Zuversicht interessiert, der kommt an diesem tollen Buch nicht vorbei. Religiöse Überzeugungen oder archaische Rituale – säkulare wissenschaftliche Deutungen oder endzeitliche Sektenpropaganda: Im Laufe der Zeiten haben Menschen immer neue Konzepte und Erklärstücke dafür gefunden, nach besonderen Ereignissen wieder zuversichtlich zu werden.

Francois Walter
Eine Kulturgeschichte der Katastrophen vom 16. bis 21.Jahrhundert
Verlag Reclam

 

Christoph Potting

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