Lehnert - Interview Start-up

Interview

B. Lehnert, Designer

"Designer brauchen sehr viel Zuversicht. Wenn wir beispielsweise für Kunden arbeiten, werfen wir nicht selten 90 Prozent unserer Arbeit wieder in den Papierkorb. Ohne Zuversicht wäre das ein sehr deprimierender Job. Wir müssen davon überzeugt sein, dass am Ende etwas Besseres herauskommen kann."

Benedikt Lehnert
Designer

 

Start-ups haben die Zukunft im Blick. Müssen die Produktentwickler und Programmierer dafür besonders zuversichtlich sein? Christoph Potting hat in Berlin Benedikt Lehnert getroffen, der bei 6Wunderkinder verantwortlich für Kommunikation und Produktdesign ist.

Wie gehen Unternehmensgründer mit der Zuversicht um?

Zuversicht ist für mich eine starke Emotion, die mit einem positiven Ausblick in die Zukunft in Verbindung steht. Zuversicht ist ein Anker und ein Zugpferd, das immer wieder nach vorne zieht. Ein Beispiel aus meinem Leben: Nach einem sehr schweren Unfall lag mein Bruder einige Wochen im Koma.

Wie schwerwiegend seine Kopfverletzungen waren und welche dauerhaften Schäden er davontragen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Hier war Zuversicht für mich und meine Familie extrem wichtig. Wir wollten einfach daran glauben, dass es gut ausgehen und besser wird. Das ist nämlich eine feste Überzeugung von mir: Es gibt eben immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Situationen positiv ausgehen. Außer zwei kaum sichtbaren Narben im Gesicht hat mein Bruder nichts zurückbehalten. […]

Starke Visionen

Vertrauen schafft Selbstvertrauen. Ich bin mit einem gesicherten Vertrauen aufgewachsen. Dieses Vertrauen und die daraus resultierende Zuversicht haben mich in meiner Karriere bisher begleitet, auch in die Start-up-Szene. Speziell Gründer müssen mit sehr viel Unsicherheit umgehen. Wenn wir uns mit innovativen Geschäftsideen in neuen, schnellen Märkten auf den Weg machen, für ein großes Finanzierungsvolumen und unsere Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, dann kommen wir ohne Zuversicht nicht sehr weit. Natürlich müssen wir Rückschläge verkraften. Es begegnen uns einige Kritiker und Skeptiker, die unsere Projekte für unrealistisch halten.

Dass die Zuversicht und das Vertrauen im Team hier entscheidend sind, ist kein Geheimnis. Auch immer mehr Investoren verstehen das und legen sehr viel Wert auf die richtige Konstellation im Team. Die Geschäftsidee wird nämlich ohne das umsetzende Team nicht lebendig. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Zuversicht – das sind die beiden wichtigen Produktivkräfte eines Start-up-Unternehmens. […]

Das kriege ich nicht hin!

Wir haben alltäglich Situationen, in denen die Leute sagen: "Ach, das kriege ich nicht hin!" Mein Ziel ist es, unser Team an den Punkt führen, dass es geht. Immer und immer wieder. Stück für Stück entwickeln sie so das Potenzial, immer zuversichtlicher zu werden, um so schneller und besser Entscheidungen zu treffen.

Diese Kultur der Zuversicht ist jedoch auch auf gewisse Rituale angewiesen. In unserer Company nehmen wir uns beispielsweise zweimal im Jahr für eine Woche eine Auszeit, in der wir uns nicht mit dem Tagesgeschäft beschäftigen, sondern mit unserem Team und unseren Visionen. Die Ziele jedes einzelnen Teammitglieds stehen dabei im Mittelpunkt.

Designer brauchen sehr viel Zuversicht

Wir arbeiten beispielsweise für Kunden und müssen 90 Prozent unserer Ideen wegwerfen. Ohne Zuversicht wäre das ein sehr deprimierender Job. Wir müssen davon überzeugt sein, dass am Ende etwas Besseres herauskommen kann. […]

Benedikt Lehnert
www.benedikt-lehnert.de

 

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