Lexikon - Philosophie - Spinoza

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Eine Definition von Spinoza

Der niederländische Philosoph Baruch de Spinoza gilt als der Begründer der modernen Bibelkritik. Eines seiner Hauptwerke ist die "Ethik". Darin verlangt er vor allem, dass der Mensch einen ganzheitlichen Blick auf das Leben und die Welt entwickeln möge. In seiner Lehre von Affekten und Leidenschaften entwickelt er eine Definitionskette, in der auch die Zuversicht ihren Platz findet:

"[...] Hoffnung ist nämlich nichts anderes als unbeständige Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines zukünftigen oder vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel sind. Furcht dagegen ist unbeständige Unlust, ebenfalls entsprungen aus der Vorstellung eines zweifelhaften Dinges. Wenn nun der Zweifel bei diesen Affekten schwindet, so wird aus Hoffnung Zuversicht, aus Furcht Verzweiflung, nämlich Lust oder Unlust, entsprungen aus der Vorstellung eines Dinges, das wir gehofft oder gefürchtet haben. Freude sodann ist Lust, entsprungen aus der Vorstellung eines vergangenen Dinges, über dessen Ausgang wir im Zweifel waren. Gewissensbiß endlich ist Unlust, welche der Lust entgegengesetzt ist."

 

Baruch de Spinoza: Ethik, Norderstedt, 2008, S. 71.

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