Lexikon - Psychologie

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Patienten motivieren

Die Geschichte der Psychiatrie reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Und noch heute wird kontrovers über ihren Nutzen diskutiert. Dr. PH Georg Kremer ist psychologischer Psychotherapeut und ein gefragter Fortbildungsreferent in Kliniken, bei Ärztekammern und in psychologischen Ausbildungsinstituten.

Die Zuversicht der Menschen zu stärken ist eines der wichtigsten Elemente in der Zusammenarbeit mit Patienten, meint Kremer. Gemeinsam mit dem Krankenpfleger und Diplompflegewirt Prof. Dr. Michael Schulz hat er ein Buch dazu geschrieben: "Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie". Darin erläutern die Autoren die Bedeutung der Zuversicht im Berufsalltag von Therapeuten.

 

Zuversicht stärken

"Zuversicht meint das Zutrauen in sich selbst, eine bestimmte Entscheidung wirklich tragen zu können und mit den dabei möglicherweise auftretenden Hindernissen fertigzuwerden. Es ist damit nicht vom allgemeinen Selbstvertrauen die Rede, sondern von der Überzeugung, eine bestimmte definierte Aufgabe bewältigen zu können.

Merke: Zuversicht ist ein zentraler Bestandteil von Motivation. Patienten kann es noch so wichtig sein, etwas in ihrem Leben zu verändern – wenn sie sich dazu nicht in der Lage fühlen, werden sie scheitern.

Aufgabe von Behandlern ist es dabei, sich weniger auf Defizite, Schwächen und negative Konsequenzen zu konzentrieren, sondern auf die Fähigkeiten, Stärken und (sozialen) Ressourcen der Betroffenen im Hinblick auf aktuell zu lösende Aufgaben. Es gilt, gemeinsam mit dem Patienten den nächsten konkreten Schritt zu finden. Dabei kann es ermutigend sein zu sehen, dass es viele mögliche Wege der Veränderung gibt."

 

Georg Kremer, Michael Schulz: Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie, Bonn, 2012, S.68.

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